10 Infos zum Girls’ Day — Mädchen Zukunftstag (FAQ)

Patricia Parnet
6 min readApr 28, 2024
Mädchen mit medizinischer Kleidung und VR-Brille.
Photo by Bermix Studio on Unsplash

Im April findet der Girls’ Day — Mädchen Zukunftstag statt, bei dem Schülerinnen einen Einblick in typische “Männerberufe” erhalten. Doch worum handelt es sich dabei genau? Ansichten sind meine eigenen.

⚠️ Wichtig: Dies ist keine offizielle Infoseite und alle Angaben können sich jederzeit ändern. Details und den neusten Stand findest du immer auf der Website des Veranstalters:

🔗 https://www.girls-day.de/

1. Was ist der Girls’ Day und wann findet er statt?

Die Berufswelt ist leider immer noch stark von Klischees geprägt: Insbesondere in technischen Bereichen wie der Informatik und Naturwissenschaften sind Frauen weiterhin unterrepräsentiert. Um diesem Trend entgegenzuwirken, wurde der Girls’ Day ins Leben gerufen — gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Der Girls’ Day ist ein jährlicher Aktionstag in Deutschland, bei dem Schülerinnen die Chance haben, in verschiedene Berufsfelder hineinzuschnuppern, die traditionell von Männern dominiert sind.

Teilnehmerinnen müssen an diesem Tag nicht in die Schule gehen, sondern können an Veranstaltungen teilnehmen, die von Unternehmen organisiert werden. Schülerinnen erhalten so die einzigartige Gelegenheit, verschiedene Berufsbilder hautnah kennenzulernen, Fragen zu stellen und “hinter die Kulissen” zu blicken.

Der Tag findet jedes Jahr im April statt, meistens am vierten Donnerstag im Monat. Der nächste Girls’ Day 2025 ist am Donnerstag, den 3. April.

2. Wie alt muss ich beim Girls’ Day sein?

Der Zugang zum Girls’ Day wird nach Klassen geregelt: Teilnehmerinnen müssen mindestens in der 5. Klasse sein. Sie können bis zur 13. Klasse teilnehmen.

3. Handelt es beim Girls’ Day nur um MINT-Jobs, also zum Beispiel Informatik oder auch um andere Berufe?

MINT (Englisch: STEM) ist eine Abkürzung für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, doch hier geht es nicht nur um diese Bereiche. Im Fokus des Girls’ Day stehen alle Berufe und Studiengänge, bei denen der Frauenanteil unter 40% liegt. Natürlich findet ein Großteil der Veranstaltungen im MINT-Spektrum statt, doch es gibt es auch unzählige andere Berufe zu entdecken! Mädchen haben die Möglichkeit, Handwerk, Feuerwehr, Polizei und vieles mehr kennenzulernen. Das Ziel des Tages ist es schließlich, die Vielfalt der Berufswelt zu erfahren und Geschlechterstereotypen zu überwinden. Schülerinnen sollen ermutigt werden, ihre persönlichen Interessen zu verfolgen — unabhängig von traditionellen Geschlechterrollen. Darum heißt es Girls’ Day und nicht MINT Day (obwohl das auch ein interessanter Ansatz wäre).

4. Welche Unternehmen nehmen am Girls’ Day teil und wo finde ich passende Angebote?

Eine Vielzahl von Unternehmen in verschiedenen Branchen nimmt am Girls’ Day teil. Das kann ein globaler Konzern sein, der Handwerksbetrieb vor Ort, ein “Hidden Champion” aus dem Mittelstand oder sogar eine Behörde. Typischerweise handelt es sich um Unternehmen aus den Bereichen Technologie, Forschung, Handwerk, Medizin oder spezialisierte Dienstleistungen wie Logistik. Zu den bekannten Namen zählen beispielsweise Microsoft, SAP, Cisco und IBM. Viele Unternehmen, die internationale Traineeprogramme mit Rotationen in anderen Ländern anbieten, sind auch dabei.

Um passende Angebote zu finden, kannst du die offizielle Website des Girls’ Day besuchen oder dich in deiner Region erkundigen. Viele Unternehmen veröffentlichen auch ihre Angebote auf deren Websites oder in sozialen Medien. Die Plätze sind begrenzt und sehr schnell belegt, also melde dich am besten so früh wie möglich an. Hier kannst du Angebote finden:

5. Wie oft darf ich am Girls’ Day teilnehmen?

Soweit ich weiß, gibt es für den eigentlichen Girls’ Day keine Begrenzung. Jedenfalls habe ich persönlich schon an zwei Tagen teilgenommen. Besprich dieses Thema jedoch unbedingt mit deinen Eltern und deiner Schule! Wichtig ist, dass du dich immer bei verschiedenen Unternehmen anmeldest. Du solltest nur einmal pro Unternehmen teilnehmen, weil du so immer etwas Neues siehst und anderen Mädchen die Chance gibst, dieses Unternehmen kennenzulernen. Nutze die vielen spannenden Angebote, auch wenn du dir am Anfang vielleicht noch nicht viel darunter vorstellen kannst!

6. Dürfen Jungs auch am Girls’ Day teilnehmen?

Nein, aber für Jungs gibt es am gleichen Datum einen eigenen Tag: den Boy’s Day. Er ist wie der Girls’ Day, nur für Jungs! An diesem Tag können sie in Berufe reinschnuppern, die oft von Frauen gewählt werden, wie z.B. Pflege oder Erziehung. Es geht auch hier darum, Geschlechterklischees aufzubrechen und zu zeigen, dass Jungs genauso gut in “typischen Frauenberufen” sein können.

7. Welche Möglichkeiten habe ich nach dem Girls’ Day und wie kann ich mit Unternehmen in Kontakt bleiben?

Der Girls’ Day ist der Start deiner Karriere! Ich habe beispielsweise im Anschluss mein Schülerpraktikum im gleichen Unternehmen absolviert, inspiriert von diesem einen Tag. Somit stehen dir verschiedene Möglichkeiten offen: Unternehmen bieten Praktika, Duale Studiengänge oder Ausbildungen an. Außerdem könnte eine Werkstudentenstelle neben dem Studium interessant sein: Hier erfährst du, was eine Werkstudentenstelle ist und wie du dich bewirbst.

Es ist eine gute Idee, den Unternehmen auf Instagram oder TikTok zu folgen und ihre Karriereseiten zu besuchen. Du kannst ihnen auch eine E-Mail schreiben oder dir einen LinkedIn-Account zulegen und dort Kontakt aufnehmen. Mach dir Notizen über die Personen, die du kennengelernt hast — auch andere Teilnehmerinnen könnten interessante Kontakte sein. Besonders wertvoll ist der direkte Draht zur Personal- bzw. Ausbildungsabteilung. Und vergiss nicht, dich für die Teilnahme zu bedanken — eine kurze E-Mail kann einen guten Eindruck hinterlassen und dir vielleicht in einigen Jahren bei der Jobsuche helfen!

8. Welche Vorteile hat der Girls’ Day?

Der Girls’ Day bietet Schülerinnen eine Menge Vorteile! Er gibt dir die Chance, in Berufe reinzuschnuppern, die du vielleicht noch nicht so gut kennst. Das Beste daran ist, dass du direkt mit Unternehmen sprechen kannst und live erlebst, wie es in der Arbeitswelt zugeht. So kannst du schon früh herausfinden, was dich interessiert und was nicht. Denn es ist auch gut zu wissen, was du NICHT willst und genau das erfährst du an diesem Tag. Bestimmt lernst du auch Berufe oder Skills kennen, von denen du vorher noch gar nichts wusstest.

Außerdem triffst du viele neue Leute und knüpfst vielleicht sogar ein paar Kontakte für die Zukunft. So musst du nicht erst ein langes Praktikum absolvieren, sondern kannst in wenigen Stunden Einblicke gewinnen. Am Ende des Tages geht es darum, dass du dir ein Bild von der Arbeitswelt machen und dich auf deinen Zukunft vorbereiten kannst. Also los, finde beim Girls’ Day heraus, was dir wirklich Spaß macht!

9. Wie erkläre ich den Girls’ Day meiner Schule?

Den Girls’ Day — Mädchen Zukunftstag gibt es seit 2001 und er ist mittlerweile sehr bekannt. Auch deine Schule bzw. deine Lehrer sollten mittlerweile davon gehört haben. Alle Angebote auf der Website entsprechen den hohen Standards und auf der offiziellen Website findest du ausführliche Informationen und Materialien, die du für deine Schule benötigst. In der Regel wirst du auch nochmal von dem jeweiligen Unternehmen über die Formalitäten aufgeklärt. Vergiss dabei nicht, auch deine Eltern einzubeziehen.

10. Wie kann ich mit meinem Unternehmen am Girls’ Day teilnehmen?

Zuerst solltest du dich über die offizielle Website des Girls’ Day informieren, um zu erfahren, wie und bis wann ihr euch registrieren könnt. Dann kannst du überlegen, welche Aktivitäten oder Veranstaltungen ihr für die teilnehmenden Schülerinnen organisieren möchtet. Ihr könntet einen Tag der offenen Tür veranstalten, Panels, Workshops oder Vorträge anbieten oder sogar kleine Projekte gemeinsam durchführen.

Denkt auch daran, Werbung für euren Aktionstag zu machen, damit möglichst viele Schülerinnen davon erfahren — nicht nur Töchter der Mitarbeiter. Mein Tipp: Die Deadline für die Anmeldung nicht zu früh zu ansetzen, da einige Mädchen erst kurzfristig davon erfahren. Letztendlich ist es wichtig, dass du nicht nur ein spannendes Programm planst, sondern auch das entsprechende Mindset im Unternehmen verbreitest, um mehr Frauen in “Männerberufe” zu bringen. Dann könnt ihr an diesem Tag vielfältige Talente für die Zukunft gewinnen! Doch nicht nur die Angebote am Girls’ Day sollten barrierefrei sein, sondern auch die Stellenanzeigen für die späteren Jobs oder Ausbildungsmöglichkeiten. Lerne hier 10 Tipps, wie du Stellenanzeigen inklusiver gestalten kannst.

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Der Girls’ Day ist eine einzigartige Gelegenheit, dich selbst kennenzulernen. Auch ich habe in der Schule mehrere Girls’ Days absolviert und kann mit voller Überzeugung sagen: Ohne diesen kleinen “Sprung ins kalte Wasser” wäre ich nicht dort in der Tech-Branche, wo ich jetzt bin. Ich empfehle dir auf jeden Fall, dich anzumelden und deinen Freundinnnen davon zu erzählen. Es ist auch nicht schlimm, wenn du alleine zu diesem Tag gehst — ich kannte dort auch niemanden und war direkt Teil der Gruppe.

Gemeinsam können wir dazu beitragen, mehr Frauen für “Männerberufe” zu begeistern und Geschlechterstereotypen zu überwinden. Entdecke neue Perspektiven und gestalte mit deinen Talenten, Erfindungen und Kreationen unsere Zukunft!

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